Pressemitteilung des OLG Oldenburg vom 23. Oktober 2015

Haftstrafe für Raubüberfall auf Supermarkt

Der 1. Strafsenat des Oberlandesgerichts Oldenburg hat eine Entscheidung des Landgerichts Oldenburg bestätigt, mit der ein Mann aus Hude wegen eines Raubüberfalls auf einen Supermarkt in Friesoythe zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 2 Monaten verurteilt wurde.

Der verurteilte Mann begab sich am frühen Morgen des 03. März 2014 in einen Friesoyther Supermarkt. Er trug eine Maske und hatte eine metallene, täuschend echt aussehende Spielzeugpistole bei sich. Der Mann klopfte an die Tür des Kassenbüros. Eine Angestellte öffnete ihm. Der Mann drängte die Frau in den Raum zurück und wies mit der Spielzeugpistole auf den Tresor. Die Frau begann um Hilfe zu rufen. Der Mann hielt ihr den Mund zu, drückte ihr die Spielzeugpistole gegen die Wange und stieß sie zu Boden. Er entnahm ihrer Kitteltasche den Tresorschlüssel, öffnete den Tresor und entnahm daraus Bargeld in Höhe von ca. 40.000,-€. Anschließend verließ er den Supermarkt. Auf dem Weg nach draußen brachte er eine Angestellte zu Fall, die gerade ein Rolltor schließen wollte. Der Mann wurde gut eine halbe Stunde später von der Polizei festgenommen. Er legte noch am selben Tag ein Geständnis ab.

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg erhob Anklage vor dem Amtsgericht Cloppenburg. Das Amtsgericht verurteilte den Angeklagten wegen schweren Raubes in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Die Vollstreckung der Freiheitsstrafe setzte es zur Bewährung aus. Zur Begründung führte das Amtsgericht in seinem Urteil aus, dass ein minder schwerer Fall des Raubes vorliege. Der Angeklagte habe die Tat von vornherein gestanden und sei nicht vorbestraft. Die von ihm angegriffenen Angestellten hätten sich zudem weder körperlich noch psychisch erheblich verletzt und er habe sich bei beiden entschuldigt. Außerdem sei die gesamte Beute der Tat an den Supermarkt zurückgelangt.

Dagegen legte die Staatsanwaltschaft Oldenburg Berufung beim Landgericht Oldenburg ein. Sie vertrat den Standpunkt, dass kein minder schwerer Fall des Raubes vorliege. Das Landgericht gab der Staatsanwaltschaft Recht und verurteilte den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und zwei Monaten. Ein minder schwerer Fall des Raubes liege nicht vor. Der Angeklagte habe zwei Personen verletzt, erhebliche Beute gemacht und die Tat nicht spontan, sondern geplant durchgeführt. Die Anwendung des gesetzlichen Regelstrafrahmens von mindestens drei Jahren erscheine daher nicht unangemessen. Angesichts der für den Angeklagten sprechenden Umstände sei aber eine Strafe im unteren Bereich des Strafrahmens ausreichend. Die Frage einer Strafaussetzung zur Bewährung stellte sich für das Landgericht nicht, da das Gesetz diese Möglichkeit nur für Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren vorsieht.

Gegen das Urteil des Landgerichts legte der Angeklagte Revision beim Oberlandesgericht Oldenburg ein. Diese hatte keinen Erfolg. Der 1. Strafsenat des Oberlandesgerichts verwarf das Rechtsmittel als unbegründet.

Die Entscheidung ist rechtskräftig.

(Oberlandesgericht Oldenburg, Beschluss vom 09. Oktober 2015 zu 1 Ss 172/15, Landgericht Oldenburg, Urteil vom 29. April 2015 zu 13 Ns 80/15, Amtsgericht Cloppenburg, Urteil vom 22. Januar 2015 zu 24 Ls 741 Js 20487/14).

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