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Landgericht Berlin: Hohe Freiheitsstrafe im Prozess um einen getöteten Obdachlosen

 

Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Berlin hat heute den 28-jährigen Angeklagten wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren und 10 Monaten verurteilt.

Die Kammer kam unter anderem zu folgenden Feststellungen:

Am 30. August 2009 nahm der Angeklagte Kontakt zu einem 42-jährigen Obdachlosen im Bereich Bahnhof[?] …(vdsra)  Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Berlin hat heute den 28-jährigen Angeklagten wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren und 10 Monaten verurteilt.

Die Kammer kam unter anderem zu folgenden Feststellungen:

Am 30. August 2009 nahm der Angeklagte Kontakt zu einem 42-jährigen Obdachlosen im Bereich Bahnhof Zoo auf. Sie tranken zusammen Alkohol. Anschließend gingen sie gemeinsam in die Wohnung des Angeklagten. Dort bereitete der Angeklagte dem Geschädigten ein Gästebett und dieser legte sich zum Schlafen nieder. In dieser Situation griff der Angeklagte zu einer Axt und tötete mit einem Hieb den arg- und wehrlosen Geschädigten. Anschließend zerteilte und verunstaltete er den Leichnam und versteckte Teile auf dem Gelände eines stillgelegten Güterbahnhofes in Berlin. Andere Leichenteile bewahrte er bei sich zu Hause in seiner Tiefkühltruhe auf.

In seiner Grausamkeit weiche das Opferbild deutlich von anderen Taten ab, erklärte die Vorsitzende Richterin in der mündlichen Urteilsbegründung. Der Angeklagte habe das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt, führte die Vorsitzende weiter aus. Da dem Geschädigten Obdach gewährt worden sei, habe er glauben können, als Freund aufgenommen worden zu sein. Er habe sich sicher und wohl gefühlt, als er sich zum Schlafen niederlegte und habe daher einem Angriff nichts entgegensetzen können. Wie mit einem Fallbeil habe der Angeklagte auf den Kopf des Geschädigten geschlagen.

Entgegen der Anklageschrift konnte das Motiv “ einen perfekten Mord begehen zu wollen“ nach der durchgeführten Beweisaufnahme nicht festgestellt werden. Ein eindeutiges Motiv, weswegen der Angeklagte diese Tötung begangen habe, ließ sich nicht sicher feststellen. Es fehle die für die Verurteilung erforderliche Gewissheit, dass der Angeklagte sich vorgestellt habe, er sei Herr über Leben und Tod.

Die Kammer folgt den Ausführungen des Sachverständigen, dass eine alkoholbedingte Berauschung bei dem Angeklagten und damit eine verminderte Steuerungsfähigkeit nicht sicher auszuschließen sei, so dass als Strafe keine lebenslange Freiheitsstrafe sondern eine zeitige Freiheitsstrafe von drei Jahren zu 15 Jahren in Betracht komme.

Bei der Strafzumessung führte das Gericht strafschärfend unter anderem an, dass der Angeklagte vorbestraft sei und mit dem Leichnam außerordentlich grausam umgegangen sei. Zu seinen Gunsten sei allerdings zu berücksichtigen, dass er sich selbst gestellt habe und sich gegenüber der Polizei kooperativ verhalten habe, so dass die Leichenteile aufgefunden werden konnten.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Es kann binnen einer Woche mit dem Rechtsmittel der Revision zum Bundesgerichtshof angefochten werden.

Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Berlin vom 25. Januar 2010, Nr.06/2010.
Gemeinsame Pressemeldung des Polizeipräsidenten in Berlin und der Generalstaatsanwaltschaft Berlin vom 2. September 2009, Nr. 64/2009.
Polizeimeldung des Polizeipräsidenten in Berlin # 2458 vom 2. September 2009.
Presseberichterstattung vom 3. September 2009 bis 23. März 2010.

Landgericht Berlin – Urteil vom 24. März 2010, Az.: (529) 1 Kap Js 1756/09 Ks (1/10)

 
 
 
 

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Landgericht Berlin: Hohe Freiheitsstrafe im Prozess um einen getöteten Obdachlosen

 

Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Berlin hat heute den 28-jährigen Angeklagten wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren und 10 Monaten verurteilt.

Die Kammer kam unter anderem zu folgenden Feststellungen:

Am 30. August 2009 nahm der Angeklagte Kontakt zu einem 42-jährigen Obdachlosen im Bereich Bahnhof[?] …(vdsra)  Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Berlin hat heute den 28-jährigen Angeklagten wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren und 10 Monaten verurteilt.

Die Kammer kam unter anderem zu folgenden Feststellungen:

Am 30. August 2009 nahm der Angeklagte Kontakt zu einem 42-jährigen Obdachlosen im Bereich Bahnhof Zoo auf. Sie tranken zusammen Alkohol. Anschließend gingen sie gemeinsam in die Wohnung des Angeklagten. Dort bereitete der Angeklagte dem Geschädigten ein Gästebett und dieser legte sich zum Schlafen nieder. In dieser Situation griff der Angeklagte zu einer Axt und tötete mit einem Hieb den arg- und wehrlosen Geschädigten. Anschließend zerteilte und verunstaltete er den Leichnam und versteckte Teile auf dem Gelände eines stillgelegten Güterbahnhofes in Berlin. Andere Leichenteile bewahrte er bei sich zu Hause in seiner Tiefkühltruhe auf.

In seiner Grausamkeit weiche das Opferbild deutlich von anderen Taten ab, erklärte die Vorsitzende Richterin in der mündlichen Urteilsbegründung. Der Angeklagte habe das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt, führte die Vorsitzende weiter aus. Da dem Geschädigten Obdach gewährt worden sei, habe er glauben können, als Freund aufgenommen worden zu sein. Er habe sich sicher und wohl gefühlt, als er sich zum Schlafen niederlegte und habe daher einem Angriff nichts entgegensetzen können. Wie mit einem Fallbeil habe der Angeklagte auf den Kopf des Geschädigten geschlagen.

Entgegen der Anklageschrift konnte das Motiv “ einen perfekten Mord begehen zu wollen“ nach der durchgeführten Beweisaufnahme nicht festgestellt werden. Ein eindeutiges Motiv, weswegen der Angeklagte diese Tötung begangen habe, ließ sich nicht sicher feststellen. Es fehle die für die Verurteilung erforderliche Gewissheit, dass der Angeklagte sich vorgestellt habe, er sei Herr über Leben und Tod.

Die Kammer folgt den Ausführungen des Sachverständigen, dass eine alkoholbedingte Berauschung bei dem Angeklagten und damit eine verminderte Steuerungsfähigkeit nicht sicher auszuschließen sei, so dass als Strafe keine lebenslange Freiheitsstrafe sondern eine zeitige Freiheitsstrafe von drei Jahren zu 15 Jahren in Betracht komme.

Bei der Strafzumessung führte das Gericht strafschärfend unter anderem an, dass der Angeklagte vorbestraft sei und mit dem Leichnam außerordentlich grausam umgegangen sei. Zu seinen Gunsten sei allerdings zu berücksichtigen, dass er sich selbst gestellt habe und sich gegenüber der Polizei kooperativ verhalten habe, so dass die Leichenteile aufgefunden werden konnten.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Es kann binnen einer Woche mit dem Rechtsmittel der Revision zum Bundesgerichtshof angefochten werden.

Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Berlin vom 25. Januar 2010, Nr.06/2010.
Gemeinsame Pressemeldung des Polizeipräsidenten in Berlin und der Generalstaatsanwaltschaft Berlin vom 2. September 2009, Nr. 64/2009.
Polizeimeldung des Polizeipräsidenten in Berlin # 2458 vom 2. September 2009.
Presseberichterstattung vom 3. September 2009 bis 23. März 2010.

Landgericht Berlin – Urteil vom 24. März 2010, Az.: (529) 1 Kap Js 1756/09 Ks (1/10)

 
 
 
 

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Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Berlin hat heute den 28-jährigen Angeklagten wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren und 10 Monaten verurteilt.

Die Kammer kam unter anderem zu folgenden Feststellungen:

Am 30. August 2009 nahm der Angeklagte Kontakt zu einem 42-jährigen Obdachlosen im Bereich Bahnhof[?] …(vdsra)  Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Berlin hat heute den 28-jährigen Angeklagten wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren und 10 Monaten verurteilt.

Die Kammer kam unter anderem zu folgenden Feststellungen:

Am 30. August 2009 nahm der Angeklagte Kontakt zu einem 42-jährigen Obdachlosen im Bereich Bahnhof Zoo auf. Sie tranken zusammen Alkohol. Anschließend gingen sie gemeinsam in die Wohnung des Angeklagten. Dort bereitete der Angeklagte dem Geschädigten ein Gästebett und dieser legte sich zum Schlafen nieder. In dieser Situation griff der Angeklagte zu einer Axt und tötete mit einem Hieb den arg- und wehrlosen Geschädigten. Anschließend zerteilte und verunstaltete er den Leichnam und versteckte Teile auf dem Gelände eines stillgelegten Güterbahnhofes in Berlin. Andere Leichenteile bewahrte er bei sich zu Hause in seiner Tiefkühltruhe auf.

In seiner Grausamkeit weiche das Opferbild deutlich von anderen Taten ab, erklärte die Vorsitzende Richterin in der mündlichen Urteilsbegründung. Der Angeklagte habe das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt, führte die Vorsitzende weiter aus. Da dem Geschädigten Obdach gewährt worden sei, habe er glauben können, als Freund aufgenommen worden zu sein. Er habe sich sicher und wohl gefühlt, als er sich zum Schlafen niederlegte und habe daher einem Angriff nichts entgegensetzen können. Wie mit einem Fallbeil habe der Angeklagte auf den Kopf des Geschädigten geschlagen.

Entgegen der Anklageschrift konnte das Motiv “ einen perfekten Mord begehen zu wollen“ nach der durchgeführten Beweisaufnahme nicht festgestellt werden. Ein eindeutiges Motiv, weswegen der Angeklagte diese Tötung begangen habe, ließ sich nicht sicher feststellen. Es fehle die für die Verurteilung erforderliche Gewissheit, dass der Angeklagte sich vorgestellt habe, er sei Herr über Leben und Tod.

Die Kammer folgt den Ausführungen des Sachverständigen, dass eine alkoholbedingte Berauschung bei dem Angeklagten und damit eine verminderte Steuerungsfähigkeit nicht sicher auszuschließen sei, so dass als Strafe keine lebenslange Freiheitsstrafe sondern eine zeitige Freiheitsstrafe von drei Jahren zu 15 Jahren in Betracht komme.

Bei der Strafzumessung führte das Gericht strafschärfend unter anderem an, dass der Angeklagte vorbestraft sei und mit dem Leichnam außerordentlich grausam umgegangen sei. Zu seinen Gunsten sei allerdings zu berücksichtigen, dass er sich selbst gestellt habe und sich gegenüber der Polizei kooperativ verhalten habe, so dass die Leichenteile aufgefunden werden konnten.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Es kann binnen einer Woche mit dem Rechtsmittel der Revision zum Bundesgerichtshof angefochten werden.

Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Berlin vom 25. Januar 2010, Nr.06/2010.
Gemeinsame Pressemeldung des Polizeipräsidenten in Berlin und der Generalstaatsanwaltschaft Berlin vom 2. September 2009, Nr. 64/2009.
Polizeimeldung des Polizeipräsidenten in Berlin # 2458 vom 2. September 2009.
Presseberichterstattung vom 3. September 2009 bis 23. März 2010.

Landgericht Berlin – Urteil vom 24. März 2010, Az.: (529) 1 Kap Js 1756/09 Ks (1/10)

 
 
 
 

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Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Berlin hat heute den 28-jährigen Angeklagten wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren und 10 Monaten verurteilt.

Die Kammer kam unter anderem zu folgenden Feststellungen:

Am…(vdsra)  Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Berlin hat heute den 28-jährigen Angeklagten wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren und 10 Monaten verurteilt.

Die Kammer kam unter anderem zu folgenden Feststellungen:

Am 30. August 2009 nahm der Angeklagte Kontakt zu einem 42-jährigen Obdachlosen im Bereich Bahnhof Zoo auf. Sie tranken zusammen Alkohol. Anschließend gingen sie gemeinsam in die Wohnung des Angeklagten. Dort bereitete der Angeklagte dem Geschädigten ein Gästebett und dieser legte sich zum Schlafen nieder. In dieser Situation griff der Angeklagte zu einer Axt und tötete mit einem Hieb den arg- und wehrlosen Geschädigten. Anschließend zerteilte und verunstaltete er den Leichnam und versteckte Teile auf dem Gelände eines stillgelegten Güterbahnhofes in Berlin. Andere Leichenteile bewahrte er bei sich zu Hause in seiner Tiefkühltruhe auf.

In seiner Grausamkeit weiche das Opferbild deutlich von anderen Taten ab, erklärte die Vorsitzende Richterin in der mündlichen Urteilsbegründung. Der Angeklagte habe das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt, führte die Vorsitzende weiter aus. Da dem Geschädigten Obdach gewährt worden sei, habe er glauben können, als Freund aufgenommen worden zu sein. Er habe sich sicher und wohl gefühlt, als er sich zum Schlafen niederlegte und habe daher einem Angriff nichts entgegensetzen können. Wie mit einem Fallbeil habe der Angeklagte auf den Kopf des Geschädigten geschlagen.

Entgegen der Anklageschrift konnte das Motiv “ einen perfekten Mord begehen zu wollen“ nach der durchgeführten Beweisaufnahme nicht festgestellt werden. Ein eindeutiges Motiv, weswegen der Angeklagte diese Tötung begangen habe, ließ sich nicht sicher feststellen. Es fehle die für die Verurteilung erforderliche Gewissheit, dass der Angeklagte sich vorgestellt habe, er sei Herr über Leben und Tod.

Die Kammer folgt den Ausführungen des Sachverständigen, dass eine alkoholbedingte Berauschung bei dem Angeklagten und damit eine verminderte Steuerungsfähigkeit nicht sicher auszuschließen sei, so dass als Strafe keine lebenslange Freiheitsstrafe sondern eine zeitige Freiheitsstrafe von drei Jahren zu 15 Jahren in Betracht komme.

Bei der Strafzumessung führte das Gericht strafschärfend unter anderem an, dass der Angeklagte vorbestraft sei und mit dem Leichnam außerordentlich grausam umgegangen sei. Zu seinen Gunsten sei allerdings zu berücksichtigen, dass er sich selbst gestellt habe und sich gegenüber der Polizei kooperativ verhalten habe, so dass die Leichenteile aufgefunden werden konnten.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Es kann binnen einer Woche mit dem Rechtsmittel der Revision zum Bundesgerichtshof angefochten werden.

Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Berlin vom 25. Januar 2010, Nr.06/2010.
Gemeinsame Pressemeldung des Polizeipräsidenten in Berlin und der Generalstaatsanwaltschaft Berlin vom 2. September 2009, Nr. 64/2009.
Polizeimeldung des Polizeipräsidenten in Berlin # 2458 vom 2. September 2009.
Presseberichterstattung vom 3. September 2009 bis 23. März 2010.

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Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Berlin hat heute den 28-jährigen Angeklagten wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren und 10 Monaten verurteilt.

Die Kammer kam unter anderem zu folgenden Feststellungen:

Am…

(vdsra)  Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Berlin hat heute den 28-jährigen Angeklagten wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren und 10 Monaten verurteilt.

Die Kammer kam unter anderem zu folgenden Feststellungen:

Am 30. August 2009 nahm der Angeklagte Kontakt zu einem 42-jährigen Obdachlosen im Bereich Bahnhof Zoo auf. Sie tranken zusammen Alkohol. Anschließend gingen sie gemeinsam in die Wohnung des Angeklagten. Dort bereitete der Angeklagte dem Geschädigten ein Gästebett und dieser legte sich zum Schlafen nieder. In dieser Situation griff der Angeklagte zu einer Axt und tötete mit einem Hieb den arg- und wehrlosen Geschädigten. Anschließend zerteilte und verunstaltete er den Leichnam und versteckte Teile auf dem Gelände eines stillgelegten Güterbahnhofes in Berlin. Andere Leichenteile bewahrte er bei sich zu Hause in seiner Tiefkühltruhe auf.

In seiner Grausamkeit weiche das Opferbild deutlich von anderen Taten ab, erklärte die Vorsitzende Richterin in der mündlichen Urteilsbegründung. Der Angeklagte habe das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt, führte die Vorsitzende weiter aus. Da dem Geschädigten Obdach gewährt worden sei, habe er glauben können, als Freund aufgenommen worden zu sein. Er habe sich sicher und wohl gefühlt, als er sich zum Schlafen niederlegte und habe daher einem Angriff nichts entgegensetzen können. Wie mit einem Fallbeil habe der Angeklagte auf den Kopf des Geschädigten geschlagen.

Entgegen der Anklageschrift konnte das Motiv “ einen perfekten Mord begehen zu wollen“ nach der durchgeführten Beweisaufnahme nicht festgestellt werden. Ein eindeutiges Motiv, weswegen der Angeklagte diese Tötung begangen habe, ließ sich nicht sicher feststellen. Es fehle die für die Verurteilung erforderliche Gewissheit, dass der Angeklagte sich vorgestellt habe, er sei Herr über Leben und Tod.

Die Kammer folgt den Ausführungen des Sachverständigen, dass eine alkoholbedingte Berauschung bei dem Angeklagten und damit eine verminderte Steuerungsfähigkeit nicht sicher auszuschließen sei, so dass als Strafe keine lebenslange Freiheitsstrafe sondern eine zeitige Freiheitsstrafe von drei Jahren zu 15 Jahren in Betracht komme.

Bei der Strafzumessung führte das Gericht strafschärfend unter anderem an, dass der Angeklagte vorbestraft sei und mit dem Leichnam außerordentlich grausam umgegangen sei. Zu seinen Gunsten sei allerdings zu berücksichtigen, dass er sich selbst gestellt habe und sich gegenüber der Polizei kooperativ verhalten habe, so dass die Leichenteile aufgefunden werden konnten.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Es kann binnen einer Woche mit dem Rechtsmittel der Revision zum Bundesgerichtshof angefochten werden.

Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Berlin vom 25. Januar 2010, Nr.06/2010.
Gemeinsame Pressemeldung des Polizeipräsidenten in Berlin und der Generalstaatsanwaltschaft Berlin vom 2. September 2009, Nr. 64/2009.
Polizeimeldung des Polizeipräsidenten in Berlin # 2458 vom 2. September 2009.
Presseberichterstattung vom 3. September 2009 bis 23. März 2010.

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Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Berlin hat heute den 28-jahrigen Angeklagten wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren und 10 Monaten verurteilt.Die Kammer kam unter anderem zu folgenden Feststellungen:Am…

(vdsra)  Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Berlin hat heute den 28-jahrigen Angeklagten wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren und 10 Monaten verurteilt.Die Kammer kam unter anderem zu folgenden Feststellungen:Am 30. August 2009 nahm der Angeklagte Kontakt zu einem 42-jahrigen Obdachlosen im Bereich Bahnhof Zoo auf. Sie tranken zusammen Alkohol. AnschlieSsend gingen sie gemeinsam in die Wohnung des Angeklagten. Dort bereitete der Angeklagte dem Geschadigten ein Gastebett und dieser legte sich zum Schlafen nieder. In dieser Situation griff der Angeklagte zu einer Axt und totete mit einem Hieb den arg- und wehrlosen Geschadigten. AnschlieSsend zerteilte und verunstaltete er den Leichnam und versteckte Teile auf dem Gelande eines stillgelegten Güterbahnhofes in Berlin. Andere Leichenteile bewahrte er bei sich zu Hause in seiner Tiefkühltruhe auf.In seiner Grausamkeit weiche das Opferbild deutlich von anderen Taten ab, erklarte die Vorsitzende Richterin in der mündlichen Urteilsbegründung. Der Angeklagte habe das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt, führte die Vorsitzende weiter aus. Da dem Geschadigten Obdach gewahrt worden sei, habe er glauben konnen, als Freund aufgenommen worden zu sein. Er habe sich sicher und wohl gefühlt, als er sich zum Schlafen niederlegte und habe daher einem Angriff nichts entgegensetzen konnen. Wie mit einem Fallbeil habe der Angeklagte auf den Kopf des Geschadigten geschlagen.Entgegen der Anklageschrift konnte das Motiv “ einen perfekten Mord begehen zu wollen“ nach der durchgeführten Beweisaufnahme nicht festgestellt werden. Ein eindeutiges Motiv, weswegen der Angeklagte diese Totung begangen habe, lieSs sich nicht sicher feststellen. Es fehle die für die Verurteilung erforderliche Gewissheit, dass der Angeklagte sich vorgestellt habe, er sei Herr über Leben und Tod.Die Kammer folgt den Ausführungen des Sachverstandigen, dass eine alkoholbedingte Berauschung bei dem Angeklagten und damit eine verminderte Steuerungsfahigkeit nicht sicher auszuschlieSsen sei, so dass als Strafe keine lebenslange Freiheitsstrafe sondern eine zeitige Freiheitsstrafe von drei Jahren zu 15 Jahren in Betracht komme.Bei der Strafzumessung führte das Gericht strafscharfend unter anderem an, dass der Angeklagte vorbestraft sei und mit dem Leichnam auSserordentlich grausam umgegangen sei. Zu seinen Gunsten sei allerdings zu berücksichtigen, dass er sich selbst gestellt habe und sich gegenüber der Polizei kooperativ verhalten habe, so dass die Leichenteile aufgefunden werden konnten.Das Urteil ist nicht rechtskraftig. Es kann binnen einer Woche mit dem Rechtsmittel der Revision zum Bundesgerichtshof angefochten werden.Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Berlin vom 25. Januar 2010, Nr.06/2010.Gemeinsame Pressemeldung des Polizeiprasidenten in Berlin und der Generalstaatsanwaltschaft Berlin vom 2. September 2009, Nr. 64/2009.Polizeimeldung des Polizeiprasidenten in Berlin # 2458 vom 2. September 2009.Presseberichterstattung vom 3. September 2009 bis 23. Marz 2010.Landgericht Berlin – Urteil vom 24. Marz 2010, Az.: (529) 1 Kap Js 1756/09 Ks (1/10)

 
 
 
 

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(vdsra)  Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Berlin hat heute den 28-jährigen Angeklagten wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren und 10 Monaten verurteilt.

Die Kammer kam unter anderem zu folgenden Feststellungen:

Am 30. August 2009 nahm der Angeklagte Kontakt zu einem 42-jährigen Obdachlosen im Bereich Bahnhof Zoo auf. Sie tranken zusammen Alkohol. Anschließend gingen sie gemeinsam in die Wohnung des Angeklagten. Dort bereitete der Angeklagte dem Geschädigten ein Gästebett und dieser legte sich zum Schlafen nieder. In dieser Situation griff der Angeklagte zu einer Axt und tötete mit einem Hieb den arg- und wehrlosen Geschädigten. Anschließend zerteilte und verunstaltete er den Leichnam und versteckte Teile auf dem Gelände eines stillgelegten Güterbahnhofes in Berlin. Andere Leichenteile bewahrte er bei sich zu Hause in seiner Tiefkühltruhe auf.

In seiner Grausamkeit weiche das Opferbild deutlich von anderen Taten ab, erklärte die Vorsitzende Richterin in der mündlichen Urteilsbegründung. Der Angeklagte habe das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt, führte die Vorsitzende weiter aus. Da dem Geschädigten Obdach gewährt worden sei, habe er glauben können, als Freund aufgenommen worden zu sein. Er habe sich sicher und wohl gefühlt, als er sich zum Schlafen niederlegte und habe daher einem Angriff nichts entgegensetzen können. Wie mit einem Fallbeil habe der Angeklagte auf den Kopf des Geschädigten geschlagen.

Entgegen der Anklageschrift konnte das Motiv “ einen perfekten Mord begehen zu wollen“ nach der durchgeführten Beweisaufnahme nicht festgestellt werden. Ein eindeutiges Motiv, weswegen der Angeklagte diese Tötung begangen habe, ließ sich nicht sicher feststellen. Es fehle die für die Verurteilung erforderliche Gewissheit, dass der Angeklagte sich vorgestellt habe, er sei Herr über Leben und Tod.

Die Kammer folgt den Ausführungen des Sachverständigen, dass eine alkoholbedingte Berauschung bei dem Angeklagten und damit eine verminderte Steuerungsfähigkeit nicht sicher auszuschließen sei, so dass als Strafe keine lebenslange Freiheitsstrafe sondern eine zeitige Freiheitsstrafe von drei Jahren zu 15 Jahren in Betracht komme.

Bei der Strafzumessung führte das Gericht strafschärfend unter anderem an, dass der Angeklagte vorbestraft sei und mit dem Leichnam außerordentlich grausam umgegangen sei. Zu seinen Gunsten sei allerdings zu berücksichtigen, dass er sich selbst gestellt habe und sich gegenüber der Polizei kooperativ verhalten habe, so dass die Leichenteile aufgefunden werden konnten.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Es kann binnen einer Woche mit dem Rechtsmittel der Revision zum Bundesgerichtshof angefochten werden.

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Gemeinsame Pressemeldung des Polizeipräsidenten in Berlin und der Generalstaatsanwaltschaft Berlin vom 2. September 2009, Nr. 64/2009.
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(vdsra)  Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Berlin hat heute den 28-jährigen Angeklagten wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren und 10 Monaten verurteilt.

Die Kammer kam unter anderem zu folgenden Feststellungen:

Am 30. August 2009 nahm der Angeklagte Kontakt zu einem 42-jährigen Obdachlosen im Bereich Bahnhof Zoo auf. Sie tranken zusammen Alkohol. Anschließend gingen sie gemeinsam in die Wohnung des Angeklagten. Dort bereitete der Angeklagte dem Geschädigten ein Gästebett und dieser legte sich zum Schlafen nieder. In dieser Situation griff der Angeklagte zu einer Axt und tötete mit einem Hieb den arg- und wehrlosen Geschädigten. Anschließend zerteilte und verunstaltete er den Leichnam und versteckte Teile auf dem Gelände eines stillgelegten Güterbahnhofes in Berlin. Andere Leichenteile bewahrte er bei sich zu Hause in seiner Tiefkühltruhe auf.

In seiner Grausamkeit weiche das Opferbild deutlich von anderen Taten ab, erklärte die Vorsitzende Richterin in der mündlichen Urteilsbegründung. Der Angeklagte habe das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt, führte die Vorsitzende weiter aus. Da dem Geschädigten Obdach gewährt worden sei, habe er glauben können, als Freund aufgenommen worden zu sein. Er habe sich sicher und wohl gefühlt, als er sich zum Schlafen niederlegte und habe daher einem Angriff nichts entgegensetzen können. Wie mit einem Fallbeil habe der Angeklagte auf den Kopf des Geschädigten geschlagen.

Entgegen der Anklageschrift konnte das Motiv “ einen perfekten Mord begehen zu wollen“ nach der durchgeführten Beweisaufnahme nicht festgestellt werden. Ein eindeutiges Motiv, weswegen der Angeklagte diese Tötung begangen habe, ließ sich nicht sicher feststellen. Es fehle die für die Verurteilung erforderliche Gewissheit, dass der Angeklagte sich vorgestellt habe, er sei Herr über Leben und Tod.

Die Kammer folgt den Ausführungen des Sachverständigen, dass eine alkoholbedingte Berauschung bei dem Angeklagten und damit eine verminderte Steuerungsfähigkeit nicht sicher auszuschließen sei, so dass als Strafe keine lebenslange Freiheitsstrafe sondern eine zeitige Freiheitsstrafe von drei Jahren zu 15 Jahren in Betracht komme.

Bei der Strafzumessung führte das Gericht strafschärfend unter anderem an, dass der Angeklagte vorbestraft sei und mit dem Leichnam außerordentlich grausam umgegangen sei. Zu seinen Gunsten sei allerdings zu berücksichtigen, dass er sich selbst gestellt habe und sich gegenüber der Polizei kooperativ verhalten habe, so dass die Leichenteile aufgefunden werden konnten.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Es kann binnen einer Woche mit dem Rechtsmittel der Revision zum Bundesgerichtshof angefochten werden.

Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Berlin vom 25. Januar 2010, Nr.06/2010.
Gemeinsame Pressemeldung des Polizeipräsidenten in Berlin und der Generalstaatsanwaltschaft Berlin vom 2. September 2009, Nr. 64/2009.
Polizeimeldung des Polizeipräsidenten in Berlin # 2458 vom 2. September 2009.
Presseberichterstattung vom 3. September 2009 bis 23. März 2010.

Landgericht Berlin – Urteil vom 24. März 2010, Az.: (529) 1 Kap Js 1756/09 Ks (1/10)

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(vdsra)  Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Berlin hat heute den 28-jährigen Angeklagten wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren und 10 Monaten verurteilt.

Die Kammer kam unter anderem zu folgenden Feststellungen:

Am 30. August 2009 nahm der Angeklagte Kontakt zu einem 42-jährigen Obdachlosen im Bereich Bahnhof Zoo auf. Sie tranken zusammen Alkohol. Anschließend gingen sie gemeinsam in die Wohnung des Angeklagten. Dort bereitete der Angeklagte dem Geschädigten ein Gästebett und dieser legte sich zum Schlafen nieder. In dieser Situation griff der Angeklagte zu einer Axt und tötete mit einem Hieb den arg- und wehrlosen Geschädigten. Anschließend zerteilte und verunstaltete er den Leichnam und versteckte Teile auf dem Gelände eines stillgelegten Güterbahnhofes in Berlin. Andere Leichenteile bewahrte er bei sich zu Hause in seiner Tiefkühltruhe auf.

In seiner Grausamkeit weiche das Opferbild deutlich von anderen Taten ab, erklärte die Vorsitzende Richterin in der mündlichen Urteilsbegründung. Der Angeklagte habe das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt, führte die Vorsitzende weiter aus. Da dem Geschädigten Obdach gewährt worden sei, habe er glauben können, als Freund aufgenommen worden zu sein. Er habe sich sicher und wohl gefühlt, als er sich zum Schlafen niederlegte und habe daher einem Angriff nichts entgegensetzen können. Wie mit einem Fallbeil habe der Angeklagte auf den Kopf des Geschädigten geschlagen.

Entgegen der Anklageschrift konnte das Motiv “ einen perfekten Mord begehen zu wollen“ nach der durchgeführten Beweisaufnahme nicht festgestellt werden. Ein eindeutiges Motiv, weswegen der Angeklagte diese Tötung begangen habe, ließ sich nicht sicher feststellen. Es fehle die für die Verurteilung erforderliche Gewissheit, dass der Angeklagte sich vorgestellt habe, er sei Herr über Leben und Tod.

Die Kammer folgt den Ausführungen des Sachverständigen, dass eine alkoholbedingte Berauschung bei dem Angeklagten und damit eine verminderte Steuerungsfähigkeit nicht sicher auszuschließen sei, so dass als Strafe keine lebenslange Freiheitsstrafe sondern eine zeitige Freiheitsstrafe von drei Jahren zu 15 Jahren in Betracht komme.

Bei der Strafzumessung führte das Gericht strafschärfend unter anderem an, dass der Angeklagte vorbestraft sei und mit dem Leichnam außerordentlich grausam umgegangen sei. Zu seinen Gunsten sei allerdings zu berücksichtigen, dass er sich selbst gestellt habe und sich gegenüber der Polizei kooperativ verhalten habe, so dass die Leichenteile aufgefunden werden konnten.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Es kann binnen einer Woche mit dem Rechtsmittel der Revision zum Bundesgerichtshof angefochten werden.

Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Berlin vom 25. Januar 2010, Nr.06/2010.
Gemeinsame Pressemeldung des Polizeipräsidenten in Berlin und der Generalstaatsanwaltschaft Berlin vom 2. September 2009, Nr. 64/2009.
Polizeimeldung des Polizeipräsidenten in Berlin # 2458 vom 2. September 2009.
Presseberichterstattung vom 3. September 2009 bis 23. März 2010.

Landgericht Berlin – Urteil vom 24. März 2010, Az.: (529) 1 Kap Js 1756/09 Ks (1/10)

Informationen:

  • Veröffentlicht: 24.03.2010 00:00
 
 
 
 

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Tel: 06241/93800-50
Fax: 06241/93800-58

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Landgericht Berlin: Hohe Freiheitsstrafe im Prozess um einen getöteten Obdachlosen

 

Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Berlin hat heute den 28-jährigen Angeklagten wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren und 10 Monaten verurteilt.Die Kammer kam unter anderem zu folgenden Feststellungen:Am…

(vdsra)  Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Berlin hat heute den 28-jährigen Angeklagten wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren und 10 Monaten verurteilt.

Die Kammer kam unter anderem zu folgenden Feststellungen:

Am 30. August 2009 nahm der Angeklagte Kontakt zu einem 42-jährigen Obdachlosen im Bereich Bahnhof Zoo auf. Sie tranken zusammen Alkohol. Anschließend gingen sie gemeinsam in die Wohnung des Angeklagten. Dort bereitete der Angeklagte dem Geschädigten ein Gästebett und dieser legte sich zum Schlafen nieder. In dieser Situation griff der Angeklagte zu einer Axt und tötete mit einem Hieb den arg- und wehrlosen Geschädigten. Anschließend zerteilte und verunstaltete er den Leichnam und versteckte Teile auf dem Gelände eines stillgelegten Güterbahnhofes in Berlin. Andere Leichenteile bewahrte er bei sich zu Hause in seiner Tiefkühltruhe auf.

In seiner Grausamkeit weiche das Opferbild deutlich von anderen Taten ab, erklärte die Vorsitzende Richterin in der mündlichen Urteilsbegründung. Der Angeklagte habe das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt, führte die Vorsitzende weiter aus. Da dem Geschädigten Obdach gewährt worden sei, habe er glauben können, als Freund aufgenommen worden zu sein. Er habe sich sicher und wohl gefühlt, als er sich zum Schlafen niederlegte und habe daher einem Angriff nichts entgegensetzen können. Wie mit einem Fallbeil habe der Angeklagte auf den Kopf des Geschädigten geschlagen.

Entgegen der Anklageschrift konnte das Motiv “ einen perfekten Mord begehen zu wollen“ nach der durchgeführten Beweisaufnahme nicht festgestellt werden. Ein eindeutiges Motiv, weswegen der Angeklagte diese Tötung begangen habe, ließ sich nicht sicher feststellen. Es fehle die für die Verurteilung erforderliche Gewissheit, dass der Angeklagte sich vorgestellt habe, er sei Herr über Leben und Tod.

Die Kammer folgt den Ausführungen des Sachverständigen, dass eine alkoholbedingte Berauschung bei dem Angeklagten und damit eine verminderte Steuerungsfähigkeit nicht sicher auszuschließen sei, so dass als Strafe keine lebenslange Freiheitsstrafe sondern eine zeitige Freiheitsstrafe von drei Jahren zu 15 Jahren in Betracht komme.

Bei der Strafzumessung führte das Gericht strafschärfend unter anderem an, dass der Angeklagte vorbestraft sei und mit dem Leichnam außerordentlich grausam umgegangen sei. Zu seinen Gunsten sei allerdings zu berücksichtigen, dass er sich selbst gestellt habe und sich gegenüber der Polizei kooperativ verhalten habe, so dass die Leichenteile aufgefunden werden konnten.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Es kann binnen einer Woche mit dem Rechtsmittel der Revision zum Bundesgerichtshof angefochten werden.

Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Berlin vom 25. Januar 2010, Nr.06/2010.
Gemeinsame Pressemeldung des Polizeipräsidenten in Berlin und der Generalstaatsanwaltschaft Berlin vom 2. September 2009, Nr. 64/2009.
Polizeimeldung des Polizeipräsidenten in Berlin # 2458 vom 2. September 2009.
Presseberichterstattung vom 3. September 2009 bis 23. März 2010.

Landgericht Berlin – Urteil vom 24. März 2010, Az.: (529) 1 Kap Js 1756/09 Ks (1/10)

Informationen:

  • Veröffentlicht: 24.03.2010