BGH, Beschluss vom 25.11.2022, AZ 1 StR 255/22

Pres­se­mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hofs, Nr. 171/2022, vom 25.11.2022

Bun­des­ge­richts­hof bestä­tigt Urteil in einem wei­te­ren Cum-Ex-Strafverfahren

Beschluss vom 17. Novem­ber 2022 – 1 StR 255/22

Das Land­ge­richt hat den Ange­klag­ten im Zusam­men­hang mit sog. Cum-Ex-Geschäf­ten wegen Steu­er­hin­ter­zie­hung in zwei Fäl­len zu einer Gesamt­frei­heits­stra­fe von drei Jah­ren und sechs Mona­ten verurteilt.

Nach den Fest­stel­lun­gen des Land­ge­richts ver­ant­wor­te­te der Ange­klag­te in den Jah­ren 2008 und 2009 als Geschäfts­füh­rer der Kapi­tal­an­la­ge­ge­sell­schaft des Bank­hau­ses W. zwei Invest­ment­fonds, deren Anla­ge­stra­te­gie allein dar­in bestand, mit Cum-Ex-Leer­ver­kaufs­ge­schäf­ten Pro­fi­te zu erlan­gen. Die­se Geschäf­te ziel­ten dar­auf ab, deut­sche Finanz­be­hör­den zur Erstat­tung angeb­lich gezahl­ter Kapi­tal­ertrag­steu­er in Mil­lio­nen­hö­he zu ver­an­las­sen, obwohl die­se zuvor nicht ent­rich­tet wurde.

Die Erstat­tungs­an­trä­ge, die fal­sche Anga­ben zu – tat­säch­lich nicht bestehen­den – Steu­er­erstat­tungs­an­sprü­chen der Fonds ent­hiel­ten, unter­zeich­ne­te der Ange­klag­te zwar nicht selbst; er wirk­te jedoch als Schlüs­sel­fi­gur bei der Auf­set­zung der Fonds und Umset­zung von Cum-Ex-Trans­ak­tio­nen mit. Gemein­sam mit wei­te­ren Ver­ant­wort­li­chen erreich­te der Ange­klag­te, dass die zustän­di­gen Finanz­be­hör­den zuguns­ten der Fonds zu Unrecht ins­ge­samt über 100 Mil­lio­nen Euro auszahlten.

Der Bun­des­ge­richts­hof hat die auf Ver­fah­rens­be­an­stan­dun­gen und die Sach­rü­ge gestütz­te Revi­si­on des Ange­klag­ten im Beschluss­we­ge als unbe­grün­det ver­wor­fen. Das Ver­fah­ren ist damit rechts­kräf­tig abgeschlossen.

Vor­in­stanz:
Land­ge­richt Bonn – Urteil vom 9. Febru­ar 2022 – 62 KLs — 213 Js 131/20 — 3/20

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/recht…