BGH, Beschluss vom 23.06.2021, AZ 2 StR 44/21

Pres­se­mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hofs, Nr. 114/2021, vom 23.06.2021

Mord an Bad Kreuz­nacher Gast­wirt; Ver­ur­tei­lung eines wei­te­ren Ange­klag­ten zu lebens­lan­ger Frei­heits­stra­fe rechtskräftig 

Beschluss vom 10. Juni 2021 — 2 StR 44/21

Das Land­ge­richt Lim­burg hat­te in einem ers­ten Urteil vom 23. Juli 2020 den­je­ni­gen Ange­klag­ten, der am 1. Sep­tem­ber 2019 in Wetz­lar die Schüs­se auf den zu Tode gekom­me­nen Gast­wirt und des­sen – unver­letzt geblie­be­nen — Beglei­ter abge­ge­ben hat­te, wegen Mor­des in Tat­ein­heit mit ver­such­tem Mord zu einer lebens­lan­gen Frei­heits­stra­fe ver­ur­teilt, nach­dem es das Ver­fah­ren gegen die­sen – gestän­di­gen — Ange­klag­ten abge­trennt hat­te. Hin­ter­grund die­ser Tat war ein in der Tür­kei töd­lich aus­ge­gan­ge­ner Fami­li­en­streit. Die Revi­si­on die­ses Ange­klag­ten hat­te der 2. Senat des Bun­des­ge­richts­hofs durch Beschluss vom 16. März 2021 ver­wor­fen (vgl. Pres­ser­klä­rung Nr. 70/2021 vom 31. März 2021). 

Das Land­ge­richt Lim­burg hat in dem fort­ge­setz­ten Ver­fah­ren durch Urteil vom 9. Sep­tem­ber 2020 einen wei­te­ren Ange­klag­ten als Mit­tä­ter wegen Mor­des an dem Gast­wirt zu lebens­lan­ger Frei­heits­stra­fe ver­ur­teilt; den wei­ter­ge­hen­den Vor­wurf sei­ner Mit­tä­ter­schaft auch an dem ver­such­ten Mord an des­sen Beglei­ter hat es für nicht erwie­sen erach­tet. Nach den Fest­stel­lun­gen des Schwur­ge­richts hat­te der Ange­klag­te den Schüt­zen dar­über infor­miert, wo sich das spä­te­re Opfer in Wetz­lar auf­hielt und ihm auf­ge­zeigt, dass dies eine gute Gele­gen­heit sei, den Gast­wirt, den er sel­ber nicht lei­den konn­te, zu töten, um des­sen Mit­schuld an den Mor­den in der Tür­kei zu süh­nen. Zudem hat­te er dem Schüt­zen die Tat­waf­fe besorgt und über­ge­ben. Durch sei­ne Tat woll­te er die Wert­schät­zung der Wit­we, eines der Opfer des Fami­li­en­streits in der Tür­kei sowie deren Toch­ter, zu der er eine Lie­bes­be­zie­hung unter­hielt, erreichen. 

Der 2. Straf­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat die Revi­si­on auch die­ses Ange­klag­ten ver­wor­fen. Das Urteil des Land­ge­richts ist damit rechtskräftig. 

Vor­in­stanz:
LG Lim­burg an der Lahn — Urteil vom 9. Sep­tem­ber 2020 – 2 Js 56938/20 – 2 Ks 

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/recht…