Mine K. (48) aus Köln ist der Mit­glied­schaft in einer aus­län­di­schen ter­ro­ris­ti­schen Ver­ei­ni­gung in Tat­ein­heit mit einem Kriegs­ver­bre­chen gegen Eigen­tum schul­dig. Der 2. Straf­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Düs­sel­dorf (Staats­schutz­se­nat) hat sie des­halb am 4. Dezem­ber 2019 zu einer Frei­heits­stra­fe in Höhe von 3 Jah­ren und 9 Mona­ten ver­ur­teilt.

Wie der Senats­vor­sit­zen­de Dr. Frank Schrei­ber in sei­ner Urteils­be­grün­dung deut­lich mach­te, ist das Gericht davon über­zeugt, dass sich die Ange­klag­te in Deutsch­land radi­ka­li­siert hat, u. a. Mit­grün­de­rin eines sala­fis­ti­schen Ver­eins war. Um sich der aus­län­di­schen ter­ro­ris­ti­schen Ver­ei­ni­gung “Isla­mi­scher Staat” anzu­schlie­ßen, hei­ra­te­te sie per Video­te­le­fo­nie den IS-Kämp­fer Murat D. aus Her­ford nach isla­mi­schem Recht. Vor der Aus­rei­se pos­te­te sie über sozia­le Medi­en die Vor­tei­le, die ein Anschluss an den IS bedeu­te, etwa kos­ten­frei­es Woh­nen. Mit Murat D. gelang­te sie im Früh­jahr 2015 von der Tür­kei über Syri­en in den Irak, wo sie in ein vom IS bereit­ge­stell­tes Haus zog, des­sen schii­ti­sche Bewoh­ner vom IS ver­trie­ben wor­den waren. Sie glie­der­te sich in den IS ein, führ­te den Haus­halt des IS-Kämp­fers und erhielt monat­li­che Zah­lun­gen, bis sie nach dem Tod ihres Man­nes Ende 2015 in die Tür­kei zurück­reis­te.

Die Straf­bar­keit wegen Mit­glied­schaft in der aus­län­di­schen ter­ro­ris­ti­schen Ver­ei­ni­gung knüpft an die Vor­stel­lun­gen und Zie­le an, wel­che die Ange­klag­te damit ver­band, sich in dem vom IS besetz­ten Gebiet anzu­sie­deln und einen IS-Kämp­fer bei sei­ner Tätig­keit zu unter­stüt­zen. Zur Straf­bar­keit wegen eines Kriegs­ver­bre­chens gegen das Eigen­tum mach­te der Vor­sit­zen­de Dr. Schrei­ber deut­lich, das Völ­ker­straf­ge­setz­buch unter­sa­ge “Plün­dern durch Woh­nen”.

Im Straf­maß folg­te der Senat dem Antrag der Gene­ral­bun­des­an­walt­schaft. Die Ver­tei­di­gung hat­te einen Frei­spruch, hilfs­wei­se eine zur Bewäh­rung aus­zu­set­zen­de Frei­heits­stra­fe von zwei Jah­ren bean­tragt.

Das Urteil ist nicht rechts­kräf­tig. Die Ange­klag­te kann bin­nen Wochen­frist Revi­si­on zum Bun­des­ge­richts­hof ein­le­gen.

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