Pres­se­mit­tei­lung des BGH Nr. 157/2019 vom 05.12.2019

Revi­sio­nen von zwei Mit­glie­dern der “Osma­nen Ger­ma­nia” gegen Ver­ur­tei­lun­gen unter ande­rem wegen gefähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung und ver­such­ter räu­be­ri­scher Erpres­sung erfolg­los

Beschluss vom 19. Novem­ber 2019 – 1 StR 374/19

Das Land­ge­richt Stutt­gart hat den Ange­klag­ten Sel­cuk S., den frü­he­ren Vize­prä­si­den­ten der rocker­ähn­li­chen Grup­pie­rung “Osma­nen Ger­ma­nia”, wegen gefähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung, Kör­per­ver­let­zung und ver­such­ter räu­be­ri­scher Erpres­sung zu einer Gesamt­frei­heits­stra­fe von drei Jah­ren und vier Mona­ten ver­ur­teilt. Ein wei­te­res Mit­glied des Stutt­gar­ter “Chap­ters” der “Osma­nen Ger­ma­nia” hat das Land­ge­richt wegen gefähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung zu einer Frei­heits­stra­fe von zwei Jah­ren ver­ur­teilt und die Voll­stre­ckung der Stra­fe zur Bewäh­rung aus­ge­setzt. Das Ver­fah­ren vor dem Land­ge­richt Stutt­gart hat­te sich neben den zuvor genann­ten Ange­klag­ten gegen fünf wei­te­re Mit­an­ge­klag­te gerich­tet, die nach den Fest­stel­lun­gen eben­falls Mit­glie­der der “Osma­nen Ger­ma­nia” waren, dar­un­ter auch den frü­he­ren Prä­si­den­ten Meh­met B.. Deren Ver­ur­tei­lun­gen waren jedoch nicht Gegen­stand des Revi­si­ons­ver­fah­rens und sind bereits rechts­kräf­tig.

Nach den Fest­stel­lun­gen des Land­ge­richts hat­te der Ange­klag­te Sel­cuk S. Mit­glie­der des Stutt­gar­ter “Chap­ters” der “Osma­nen Ger­ma­nia” beauf­tragt, den Prä­si­den­ten des “Chap­ters” Gießen/Marburg im Rah­men einer Bestra­fungs­ak­ti­on kör­per­lich zu miss­han­deln. Die Bestra­fungs­ak­ti­on wur­de von fünf Mit­glie­dern der Grup­pie­rung durch­ge­führt, unter ande­rem dem wei­te­ren Ange­klag­ten. Zudem hat­te der Ange­klag­te Sel­cuk S. nach den Fest­stel­lun­gen des Land­ge­richts zwei Mit­glie­dern des “Chap­ters” Stutt­gart den Auf­trag erteilt, eine alba­ni­sche Fami­lie zur Durch­set­zung – nicht bestehen­der – For­de­run­gen aus einem Miet­ver­hält­nis mit dem Ein­satz kör­per­li­cher Gewalt zu bedro­hen; zu einer Zah­lung oder der erstreb­ten Räu­mung kam es nicht. Schließ­lich hat­te der Ange­klag­te Sel­cuk S. nach den Fest­stel­lun­gen sei­ne frü­he­re Gelieb­te kör­per­lich miss­han­delt.

Mit ihren Revi­sio­nen rüg­ten die Ange­klag­ten die Ver­let­zung mate­ri­el­len Rechts. Der 1. Straf­se­nat hat die Rechts­mit­tel auf Antrag des Gene­ral­bun­des­an­walts durch ein­stim­mi­gen Beschluss vom 19. Novem­ber 2019 als unbe­grün­det ver­wor­fen, weil das land­ge­richt­li­che Urteil kei­ne Rechts­feh­ler zum Nach­teil der Ange­klag­ten auf­weist.

Vor­in­stan­zen:
Land­ge­richt Stutt­gart – Urteil vom 24. Janu­ar 2019 – 3 KLs 201 Js 117340/16 jug.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/recht…