BGH, Beschluss vom 23.09.2020, AZ 3 StR 245/20

Pres­se­mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hof Nr. 123/2020 vom 23.09.2020

Revi­si­ons­ver­wer­fung in Nür­burg­ring-Affä­re

Beschlüs­se vom 18. August 2020 — 3 StR 245/20 und 26. Novem­ber 2015 — 3 StR 17/15

Das Land­ge­richt Koblenz hat den Ange­klag­ten wegen Untreue in vier Fäl­len und fal­scher uneid­li­cher Aus­sa­ge zu einer Gesamt­frei­heits­stra­fe von zwei Jah­ren und drei Mona­ten ver­ur­teilt. Der 3. Straf­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat die hier­ge­gen gerich­te­te Revi­si­on des Ange­klag­ten ver­wor­fen.

Der Ver­ur­tei­lung liegt zugrun­de, dass der Ange­klag­te, dama­li­ger Finanz­mi­nis­ter des Lan­des Rhein­land-Pfalz, in sei­ner Eigen­schaft als Vor­sit­zen­der des Auf­sichts­rats der Nür­burg­ring GmbH im Jahr 2009 ins­ge­samt 475.000 € ver­un­treu­te und im Juni 2010 vor einem Par­la­men­ta­ri­schen Unter­su­chungs­aus­schuss als Zeu­ge fal­sche Tat­sa­chen bekun­de­te.

Der Ange­klag­te war bereits im Jahr 2014 wegen der genann­ten und wei­te­rer Delik­te vom Land­ge­richt Koblenz zu einer Gesamt­frei­heits­stra­fe von drei Jah­ren und sechs Mona­ten ver­ur­teilt wor­den. Auf sei­ne Revi­si­on hat­te der 3. Straf­se­nat das Urteil teil­wei­se auf­ge­ho­ben und die Sache zu neu­er Ver­hand­lung und Ent­schei­dung an das Land­ge­richt Koblenz zurück­ver­wie­sen. Die nun­mehr erneut abge­ur­teil­ten Taten und die für sie ver­häng­ten Ein­zel­stra­fen waren von der Auf­he­bung aller­dings nicht umfasst; sie stan­den somit rechts­kräf­tig fest. Das Land­ge­richt hat­te inso­weit ledig­lich eine neue Gesamt­stra­fe zu bil­den.

Der Ange­klag­te hat mit sei­nem Rechts­mit­tel die Ver­let­zung mate­ri­el­len Rechts gerügt. Die sach­lich­recht­li­che Über­prü­fung des Urteils durch den Bun­des­ge­richts­hof hat jedoch kei­nen Rechts­feh­ler erge­ben. Die ver­häng­te Gesamt­frei­heits­stra­fe ist nicht zu bean­stan­den. Das Urteil ist somit rechts­kräf­tig. Hin­sicht­lich der wei­te­ren Vor­wür­fe ist das Ver­fah­ren noch beim Land­ge­richt Koblenz anhän­gig.

Vor­in­stanz:
LG Koblenz — 10 KLs 2050 Js 37425/10 (2) — Urteil vom 31. Janu­ar 2020

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/recht…