BGH, Beschluss vom 05.06.2021, AZ 5 StR 484/20

Aus­ga­be: 06–07/2021

1.Wird das Ver­fah­ren, in dem es zu einer Ver­stän­di­gung gekom­men war, aus­ge­setzt, ent­fällt die Bin­dung des Gerichts an die Verständigung.

2.Das aus der Aus­set­zung resul­tie­ren­de Ent­fal­len der Bin­dungs­wir­kung führt grund­sätz­lich zur Unver­wert­bar­keit des im Ver­trau­en auf den Bestand der Ver­stän­di­gung abge­ge­be­nen Geständ­nis­ses in der neu­en Hauptverhandlung.

3.Eine Pflicht, den Ange­klag­ten zu Beginn der neu­en Haupt­ver­hand­lung über die Unver­wert­bar­keit sei­nes in der aus­ge­setz­ten Haupt­ver­hand­lung abge­ge­be­nen Geständ­nis­ses aus­drück­lich („qua­li­fi­ziert“) zu beleh­ren, besteht nicht, wenn der Ange­klag­te vor der Ver­stän­di­gung ord­nungs­ge­mäß nach §257c Abs.5 StPO belehrt wor­den war; es genügt, wenn er zu Beginn der neu­en Haupt­ver­hand­lung dar­über infor­miert wird, dass eine Bin­dung an die in der aus­ge­setz­ten Haupt­ver­hand­lung getrof­fe­ne Ver­stän­di­gung ent­fal­len ist (Abgren­zung zu BGH, Beschluss vom 24.April 2019 –1 StR 153/19, BGHR StPO §243 Abs.4 Mit­tei­lungs­pflicht 12).

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