BGH, Beschluss vom 16.10.2020, AZ 3 StR 265/20

Pres­se­mit­tei­lung des BGH Nr. 130/2020 vom 16.10.2020

Unter­brin­gung in Psych­ia­trie wegen Tötungs­de­likts im Bahn­hof von Voer­de rechts­kräf­tig

Beschluss vom 1. Okto­ber 2020 — 3 StR 265/20

Das Land­ge­richt Duis­burg hat die Unter­brin­gung des Beschul­dig­ten in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus wegen eines im Bahn­hof Voer­de began­ge­nen Tötungs­de­likts ange­ord­net. Der 3. Straf­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat die hier­ge­gen gerich­te­te Revi­si­on des Beschul­dig­ten ver­wor­fen.

Nach den vom Land­ge­richt getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen litt der Beschul­dig­te zum Tat­zeit­punkt an einer undif­fe­ren­zier­ten oder aty­pi­schen Schi­zo­phre­nie. Unter dem Ein­fluss psy­cho­tisch ver­zerr­ter Wahr­neh­mun­gen und eines durch rea­li­täts­ge­stör­te Gedan­ken­gän­ge gepräg­ten Erle­bens näher­te er sich auf einem Bahn­steig des Bahn­hofs Voer­de der ihm völ­lig unbe­kann­ten Geschä­dig­ten von hin­ten und stieß sie vor einen ein­fah­ren­den Zug. Die Geschä­dig­te prall­te gegen den Trieb­wa­gen und erlitt hier­durch unmit­tel­bar töd­lich wir­ken­de mul­ti­ple Ver­let­zun­gen. Das Land­ge­richt hat die­ses Gesche­hen als in rechts­wid­ri­ger Wei­se began­ge­nen Mord gewer­tet. Im Ein­klang mit einem psych­ia­tri­schen Sach­ver­stän­di­gen hat es ange­nom­men, der Beschul­dig­te habe sicher im Zustand erheb­lich ver­min­der­ter Schuld­fä­hig­keit und nicht aus­schließ­bar im Zustand der Schuld­un­fä­hig­keit gehan­delt. Der Beschul­dig­te sei auf­grund sei­ner Erkran­kung auch in Zukunft für die All­ge­mein­heit gefähr­lich.

Der Beschul­dig­te hat mit sei­ner Revi­si­on die Ver­let­zung mate­ri­el­len Rechts gerügt. Sein Rechts­mit­tel hat jedoch kei­nen Rechts­feh­ler zu sei­nem Nach­teil auf­ge­deckt.

Das Urteil des Land­ge­richts ist damit rechts­kräf­tig.

Vor­in­stanz:
Land­ge­richt Duis­burg — 5 Ks — 132 Js 124/19 — 20/19 — Urteil vom 28. Janu­ar 2020

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