BGH, Beschluss vom 04.08.2020, AZ 2 StR 446/19

Pres­se­mit­tei­lung des BGH, Nr. 102/2020, vom 04.08.2020:

Urteil des Land­ge­richts Gera im Fall eines getö­te­ten
chi­ne­si­schen Stu­den­ten aus Jena rechts­kräf­tig
Beschluss vom 14. Juli 2020 – 2 StR 446/19

Das Land­ge­richt Gera hat im Siche­rungs­ver­fah­ren gegen den zur Tat­zeit 23-jäh­ri­gen Beschul­dig­ten, einen viet­na­me­si­schen Stu­den­ten, wegen der Tötung eines chi­ne­si­schen Stu­den­ten, die (unbe­fris­te­te) Unter­brin­gung in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus ange­ord­net.

Nach den Fest­stel­lun­gen der Schwur­ge­richts­kam­mer lock­te der Beschul­dig­te den 25-jäh­ri­gen Geschä­dig­ten im August 2018 unter einem Vor­wand in sei­ne Unter­kunft in einem Jena­er Stu­den­ten­wohn­heim und töte­te ihn mit meh­re­ren Ham­mer­schlä­gen gegen den Schä­del. Der Beschul­dig­te zer­teil­te den Leich­nam und leg­te ein­zel­ne Lei­chen­tei­le an ver­schie­de­nen Orten im Jena­er Stadt­ge­biet ab. Im Anschluss stell­te er sich der Poli­zei. Zum Tat­zeit­punkt befand sich der Beschul­dig­te auf­grund einer para­no­iden Schi­zo­phre­nie in schuld­un­fä­hi­gem Zustand. Infol­ge­des­sen ord­ne­te das Land­ge­richt aus­schließ­lich die Unter­brin­gung des Beschul­dig­ten in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus an.

Die Neben­klä­ger, die Eltern des Getö­te­ten, haben sich mit Ver­fah­rens­be­an­stan­dun­gen und der Sach­rü­ge gegen die Annah­me der Schuld­un­fä­hig­keit gewandt und eine Ver­ur­tei­lung wegen Mor­des erstrebt.

Der 2. Straf­se­nat hat ihre Revi­sio­nen als unbe­grün­det ver­wor­fen. Das Urteil des Land­ge­richts ist damit rechts­kräf­tig.

Vor­in­stanz:
Land­ge­richt Gera – Urteil vom 28. Juni 2019 – 1 Ks 120 Js 26725/18

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