BGH, Beschluss vom 29.01.2021, AZ 5 StR 471/20

Pres­se­mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hofs, Nr. 20/2021, vom 29.01.2021

Urteil des Land­ge­richts Lübeck wegen Ver­ge­wal­ti­gung und ver­such­ter Ermor­dung einer Stu­den­tin rechtskräftig 

Beschluss vom 19. Janu­ar 2021 – 5 StR 471/20

Der 5. Straf­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat die Revi­si­on des Ange­klag­ten gegen das Urteil des Land­ge­richts Lübeck ver­wor­fen, durch das die­ser wegen ver­such­ten Mor­des, Ver­ge­wal­ti­gung in Tat­ein­heit mit Kör­per­ver­let­zung und Frei­heits­be­rau­bung sowie Frei­heits­be­rau­bung zu einer Gesamt­frei­heits­stra­fe von zwölf Jah­ren ver­ur­teilt wor­den ist. 

Nach den Fest­stel­lun­gen des Land­ge­richts brach­te der Ange­klag­te am frü­hen Mor­gen des 12. Okto­ber 2019 eine Stu­den­tin in sei­ne Gewalt, die nach einer Par­ty in Lübeck auf dem Heim­weg war. Er fuhr mit ihr aus der Stadt, ver­ge­wal­tig­te sie und ließ sie danach gefes­selt und gekne­belt in einer Wall­he­cke neben einem Feld­weg in men­schen­lee­rer Gegend abseits einer Land­stra­ße zurück. Dabei nahm er ihren Tod in Kauf, um die vor­an­ge­gan­ge­ne Ver­ge­wal­ti­gung zu ver­de­cken. Bereits vor die­ser Tat hat­te der Ange­klag­te eine ande­re Frau in sei­ne Gewalt gebracht und sie auf dem Gelän­de der von ihm bewohn­ten Gar­ten­par­zel­le ein­ge­sperrt. Sie konn­te sich indes befrei­en und fliehen. 

Der 5. Straf­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat die auf meh­re­re Ver­fah­rens­be­an­stan­dun­gen sowie auf die Rüge der Ver­let­zung mate­ri­el­len Rechts gestütz­te Revi­si­on des Ange­klag­ten ver­wor­fen. Das Urteil ist damit rechtskräftig. 

Vor­in­stanz:
Land­ge­richt Lübeck – Urteil vom 12. Juni 2020 — 1 Ks 705 Js 46365/19

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