, Beschluss vom 21.11.2019

Pres­se­mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hof Nr. 151/2019 vom 21.11.2019

Urteil des Land­ge­richts Lüne­burg im Zusam­men­hang mit der kri­mi­nel­len Ver­ei­ni­gung “Die­be im Gesetz” rechts­kräf­tig

Beschluss vom 17. Okto­ber 2019 — 3 StR 570/18

Das Land­ge­richt Lüne­burg hat die Ange­klag­ten A., S. und Z. wegen mit­glied­schaft­li­cher Betei­li­gung an einer kri­mi­nel­len Ver­ei­ni­gung, den Ange­klag­ten A. des Wei­te­ren wegen Betru­ges und Urkun­den­fäl­schung zu mehr­jäh­ri­gen Frei­heits­stra­fen bzw. einer Bewäh­rungs­stra­fe ver­ur­teilt. Die Ange­klag­ten E. und W. hat es des Betru­ges und der Urkun­den­fäl­schung, den Ange­klag­ten D. der Bei­hil­fe zum Betrug schul­dig gespro­chen und auch inso­weit mehr­jäh­ri­ge Frei­heits­stra­fen bzw. eine Bewäh­rungs­stra­fe fest­ge­setzt. Der 3. Straf­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat die hier­ge­gen gerich­te­ten Revi­sio­nen der Ange­klag­ten D., E., S. und Z. weit­ge­hend ver­wor­fen.

Nach den vom Land­ge­richt getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen betei­lig­ten sich die Ange­klag­ten A., S. und Z. über meh­re­re Jah­re als Rädels­füh­rer an der kri­mi­nel­len Ver­ei­ni­gung “Die­be im Gesetz”, eine nach dem “Die­bes­ge­setz” streng hier­ar­chisch orga­ni­sier­te Bru­der­schaft, die ihren Mit­tel­punkt in Han­no­ver hat­te. Ein wesent­li­ches Ele­ment des “Die­bes­ge­set­zes” war die stren­ge Abschot­tung der Bru­der­schaft nach außen und die Soli­da­ri­tät der Mit­glie­der nach innen; zu den ver­bind­lich fest­ge­setz­ten Zie­len gehör­te es, Ver­mö­gens­straf­ta­ten zu bege­hen, wobei die Beu­te zum größ­ten Teil bei den Mit­glie­dern ver­blieb und im Übri­gen der Gemein­schafts­kas­se, dem “Obscht­schak” zuge­führt wur­de. Zur Durch­füh­rung der Straf­ta­ten bedien­te sich die Ver­ei­ni­gung z.T. auch nicht der Bru­der­schaft ange­hö­ri­ger Per­so­nen, hier der Ange­klag­ten E. und D.. Kon­kret hat das Land­ge­richt für die Zeit von August 2013 bis Febru­ar 2014 zehn Fäl­le des gewerbs­mä­ßi­gen Betru­ges, meist im Zusam­men­hang mit Lea­sing­ge­schäf­ten, fest­ge­stellt.

Die Ange­klag­ten haben mit ihren Rechts­mit­teln die Ver­let­zung for­mel­len und mate­ri­el­len Rechts gerügt. Die Über­prü­fung durch den 3. Straf­se­nat hat weit­ge­hend kei­nen Rechts­feh­ler erge­ben. Das Ver­fah­ren vor dem Land­ge­richt ist rechts­feh­ler­frei geführt wor­den. Die von ihm getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen tra­gen im Wesent­li­chen die Schuld­sprü­che. Die­se waren ledig­lich betref­fend die Ange­klag­ten S. und Z. auf Rädels­füh­rer­schaft in einer kri­mi­nel­len Ver­ei­ni­gung zu ändern, betref­fend den Ange­klag­ten D. wegen einer offen­sicht­li­chen Unrich­tig­keit zu berich­ti­gen. Auch die ver­häng­ten Stra­fen sind weit­ge­hend nicht zu bean­stan­den. Ledig­lich hin­sicht­lich des Ange­klag­ten E. hat der Senat wegen einer Dis­kre­panz zwi­schen Urteils­te­nor und ‑grün­den die Gesamt­frei­heits­stra­fe neu fest­ge­setzt.

Das Urteil ist damit rechts­kräf­tig.

Vor­in­stanz:
LG Lüne­burg — 21 KLs/6403 Js 39314/13 (4/14) — Urteil vom 7. Dezem­ber 2017

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=pm&Datum=2019&Sort=3&nr=101420&pos=1&anz=152