, Beschluss vom 31.10.2019

Pres­se­mit­tei­lung des BGH Nr. 142/2019 vom 31.10.2019

Urteil des Land­ge­richts Mün­chen II wegen Volks­ver­het­zung rechts­kräf­tig

Beschluss vom 6. August 2019 — 3 StR 190/19

Das Land­ge­richt Mün­chen II hat den Ange­klag­ten Alfred Sch. wegen Volks­ver­het­zung in elf Fäl­len und wegen Ver­wen­dens von Kenn­zei­chen ver­fas­sungs­wid­ri­ger Orga­ni­sa­tio­nen zu einer Gesamt­frei­heits­stra­fe von drei Jah­ren und zwei Mona­ten ver­ur­teilt. Gegen die Ange­klag­te Moni­ka Sch. hat es wegen Volks­ver­het­zung in vier Fäl­len eine Gesamt­frei­heits­stra­fe von zehn Mona­ten ver­hängt. Auf die hier­ge­gen gerich­te­ten Revi­sio­nen der Ange­klag­ten hat der 3. Straf­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs die Schuld­sprü­che gering­fü­gig geän­dert und die Rechts­mit­tel im Übri­gen ver­wor­fen.

Nach den Fest­stel­lun­gen des Land­ge­richts pro­du­zier­te Alfred Sch. in der Zeit von Janu­ar 2015 bis Juli 2017 elf Vide­os, in denen er den Völ­ker­mord an den euro­päi­schen Juden in der Zeit des Natio­nal­so­zia­lis­mus leug­ne­te. In den meis­ten Fäl­len sta­chel­te er außer­dem zum Hass gegen Juden, in eini­gen Vide­os außer­dem zum Hass gegen Flücht­lin­ge auf. Zehn der Vide­os ver­öf­fent­lich­te er selbst im Inter­net, ein Video stell­te er einem Mit­tä­ter zu die­sem Zweck zur Ver­fü­gung. Moni­ka Sch. betei­lig­te sich in meh­re­ren Fäl­len an der Pro­duk­ti­on der Vide­os, wobei sie eben­falls den Holo­caust leug­ne­te und in einem Fall zum Hass gegen Juden auf­sta­chel­te.

Die Ange­klag­ten haben mit ihren Rechts­mit­teln die Ver­let­zung for­mel­len und mate­ri­el­len Rechts gerügt. Die Über­prü­fung durch den 3. Straf­se­nat hat ledig­lich zu gering­fü­gi­gen Ände­run­gen der Schuld­sprü­che geführt, weil das Land­ge­richt das Ver­hält­nis, in dem die ein­zel­nen Geset­zes­ver­let­zun­gen zuein­an­der ste­hen, nicht in jedem Fall rechts­feh­ler­frei beur­teilt hat. Die Straf­aus­sprü­che blei­ben davon indes unbe­rührt und wei­sen ihrer­seits kei­nen Rechts­feh­ler auf. Das Ver­fah­ren vor dem Land­ge­richt ist bean­stan­dungs­frei geführt wor­den.

Das Urteil ist damit rechts­kräf­tig.

Vor­in­stanz:
LG Mün­chen II — 3 KLs 12 Js 22685/16 — Urteil vom 26. Okto­ber 2018

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=pm&Datum=2019&Sort=3&nr=100856&pos=0&anz=142