Pres­se­mit­tei­lung des BGH Nr. 75/2019 vom 05.06.2019

Urteil gegen Rädels­füh­rer und Mit­glie­der der “Grup­pe Frei­tal” rechts­kräf­tig

Beschluss vom 16. Mai 2019 — 3 StR 575/18

Der 3. Straf­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat die Revi­sio­nen der Ange­klag­ten gegen das Urteil des Ober­lan­des­ge­richts Dres­den ver­wor­fen, durch das zwei der Ange­klag­ten wegen Rädels­füh­rer­schaft und die übri­gen jeweils wegen mit­glied­schaft­li­cher Betei­li­gung an einer ter­ro­ris­ti­schen Ver­ei­ni­gung und wei­te­rer Straf­ta­ten zu lang­jäh­ri­gen Frei­heits­stra­fen ver­ur­teilt wor­den sind.

Nach den Fest­stel­lun­gen des Ober­lan­des­ge­richts waren die Ange­klag­ten Rädels­füh­rer bzw. Mit­glie­der der ter­ro­ris­ti­schen Ver­ei­ni­gung “Grup­pe Frei­tal”, die sich spä­tes­tens Mit­te Juli 2015 in Frei­tal gegrün­det hat­te und deren Ziel es war, die rechts­ex­tre­mis­ti­sche Gesin­nung ihrer Mit­glie­der durch die Bege­hung von Spreng­stoff­an­schlä­gen gemein­sam durch­zu­set­zen. Die Ange­klag­ten plan­ten und begin­gen die Anschlä­ge, indem sie pyro­tech­ni­sche Spreng­kör­per gegen Asyl­be­wer­ber­un­ter­künf­te und gegen Eigen­tum und Besitz von Ver­tre­tern des poli­tisch lin­ken Spek­trums ein­setz­ten. Sie ver­folg­ten das Ziel, ein Kli­ma der Angst und der Repres­si­on zu erzeu­gen. Asyl­be­wer­ber soll­ten durch die Taten zur Aus­rei­se ver­an­lasst wer­den. Bei einem der Angrif­fe auf eine Asyl­be­wer­ber­un­ter­kunft nah­men sie, heim­tü­ckisch und aus nied­ri­gen Beweg­grün­den han­delnd, den Tod der Bewoh­ner bil­li­gend in Kauf, wozu es indes nicht kam. Wegen die­ser Tat sind die tat­be­tei­lig­ten Ange­klag­ten des­halb auch wegen ver­such­ten Mor­des bzw. Bei­hil­fe dazu ver­ur­teilt wor­den.

Der 3. Straf­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat die auf die jeweils erho­be­ne Rüge der Ver­let­zung mate­ri­el­len Rechts sowie auf Ver­fah­rens­be­an­stan­dun­gen gestütz­ten Revi­sio­nen der Ange­klag­ten ver­wor­fen. Das Urteil ist damit rechts­kräf­tig.

Vor­in­stanz:
Ober­lan­des­ge­richt Dres­den — Urteil vom 7. März 2018 — 4 St 1/16

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=pm&Datum=2019&Sort=3&nr=96358&pos=2&anz=77