Pres­se­mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hof Nr. 60/2020 vom 14.05.2020

Urteil im Ely­si­um-Pro­zess über­wie­gend rechts­kräf­tig

Beschluss vom 15. Janu­ar 2020 — 2 StR 321/19

Das Land­ge­richt Lim­burg an der Lahn hat die Ange­klag­ten M., P. und G. unter ande­rem wegen ban­den­mä­ßi­gen Ver­brei­tens und Besitz­ver­schaf­fung kin­der­por­no­gra­phi­scher Schrif­ten, jeweils in einer Viel­zahl von Fäl­len, zwei der Ange­klag­ten dar­über hin­aus wegen Anstif­tung zum schwe­ren sexu­el­len Miss­brauch von Kin­dern und einen der Ange­klag­ten zudem wegen schwe­ren sexu­el­len Miss­brauchs von Kin­dern zu mehr­jäh­ri­gen Frei­heits­tra­fen ver­ur­teilt und zusätz­lich die Unter­brin­gung des Ange­klag­ten G. in der Siche­rungs­ver­wah­rung ange­ord­net.

Der 2. Straf­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat die Revi­sio­nen der Ange­klag­ter M. und P. mit der Maß­ga­be ver­wor­fen, dass deren Ver­ur­tei­lung in jeweils einem Fall wegen Besit­zes kin­der­por­no­gra­phi­scher Schrif­ten ent­fiel. Die­se Tat fiel mit den zuvor erfolg­ten Ver­brei­tungs­hand­lun­gen zusam­men. Im Übri­gen hat der Senat die Ver­ur­tei­lung des Ange­klag­ten M. zu einer Gesamt­frei­heits­stra­fe von acht Jah­ren sowie des Ange­klag­ten P. zu einer Gesamt­frei­heits­stra­fe von sechs Jah­ren und sechs Mona­ten bestä­tigt. Gegen die­se bei­den Ange­klag­ten ist das Urteil damit rechts­kräf­tig.

Bei dem Ange­klag­ten G. hat der Senat aus glei­chem Grund wie bei den Ange­klag­ten M. und P. den Schuld­spruch in einem Fall ent­fal­len las­sen und in sie­ben wei­te­ren Fäl­len dahin­ge­hend abge­än­dert, dass der Ange­klag­te jeweils wegen schwe­ren sexu­el­len Miss­brauchs von Kin­dern in Tat­ein­heit mit Her­stel­lung kin­der­por­no­gra­phi­scher Schrif­ten ver­ur­teilt ist. Die wei­ter­ge­hen­de Ver­ur­tei­lung des Ange­klag­ten in die­sen Fäl­len wegen Dritt­be­sitz­ver­schaf­fung kin­der­por­no­gra­phi­scher Schrif­ten hat der Senat auf­ge­ho­ben, da die­se wei­ter­ge­hen­de Ver­ur­tei­lung von den Fest­stel­lun­gen nicht getra­gen wird. Er hat die Ein­zel­stra­fen in die­sen sie­ben Fäl­len und die Gesamt­frei­heits­stra­fe von neun Jah­ren und neun Mona­ten auf­ge­ho­ben. Dies beding­te gleich­zei­tig den vor­läu­fi­gen Weg­fall der for­mel­len Vor­aus­set­zun­gen der Siche­rungs­ver­wah­rung. Die wei­ter­ge­hen­de Revi­si­on des Ange­klag­ten G. hat der Senat ver­wor­fen. Der neue Tatrich­ter hat nun­mehr die Auf­ga­be, in den sie­ben bean­stan­de­ten Fäl­len neue Ein­zel­stra­fen fest­zu­set­zen, mit den bereits rechts­kräf­ti­gen Frei­heits­stra­fen für die wei­te­ren neun Taten zwi­schen sechs Mona­ten und drei Jah­ren acht Mona­ten eine neue Gesamt­frei­heits­stra­fe zu bil­den und neu­er­lich über die Unter­brin­gung des Ange­klag­ten in der Siche­rungs­ver­wah­rung zu ent­schei­den.

Vor­in­stanz:
LG Lim­burg an der Lahn — Urteil vom 7. März 2019 – 3 Js 7309/18 — 1 KLs

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