Pres­se­mit­tei­lung des BGH vom 19.04.2018, Nr. 77/2018

Urteil im Fall des Anschlags auf einen Poli­zei­be­am­ten im Auf­trag des “IS” rechts­kräf­tig

Urteil vom 19. April 2018 – 3 StR 286/17

Das Ober­lan­des­ge­richt Cel­le hat die Ange­klag­te S. wegen ver­such­ten Mor­des in Tat­ein­heit mit gefähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung und Unter­stüt­zung einer aus­län­di­schen ter­ro­ris­ti­schen Ver­ei­ni­gung zu einer Jugend­stra­fe von sechs Jah­ren, den Ange­klag­ten K. wegen Nicht­an­zei­ge geplan­ter Straf­ta­ten zu einer Jugend­stra­fe von zwei Jah­ren und sechs Mona­ten ver­ur­teilt.

Nach den Fest­stel­lun­gen des Ober­lan­des­ge­richts stach die Ange­klag­te S. einem Poli­zei­be­am­ten, der im Haupt­bahn­hof Han­no­ver Strei­fe ging und nicht mit einem Angriff auf sei­ne Per­son rech­ne­te, unver­mit­telt mit einem Mes­ser in den Hals, um ihn zu töten, weil sie in ihm einen Reprä­sen­tan­ten der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land sah, die sie als ein Gebiet des Unglau­bens betrach­te­te und deren Bewoh­ner sie als “Fein­de des Islams” hass­te. Sie han­del­te dabei im Auf­trag von Mit­glie­dern des sog. Isla­mi­schen Staa­tes (IS), mit denen sie die kon­kre­te Tat­aus­füh­rung abge­spro­chen hat­te. Dem Ange­klag­ten K. hat­te sie im Vor­feld der Tat davon berich­tet, im Auf­trag des IS einen Anschlag in Deutsch­land aus­üben zu wol­len.

Der 3. Straf­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat die auf die Rüge der Ver­let­zung mate­ri­el­len Rechts und eine Ver­fah­rens­be­an­stan­dung gestütz­te Revi­si­on der Ange­klag­ten S. sowie die eben­falls auf die Sach­rü­ge gegrün­de­te Revi­si­on des Ange­klag­ten K. ver­wor­fen. Das Urteil ist damit rechts­kräf­tig.

Vor­in­stan­zen:
Ober­lan­des­ge­richt Cel­le — 4 StE 1/16 2 StE 12/16–4 — Ent­schei­dung vom 26.01.2017

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=pm&Datum=2018&Sort=3&nr=82844&pos=1&anz=78