BGH, Beschluss vom 04.08.2020, AZ 5 StR 251/20

Pres­se­mit­tei­lung des BGH, Nr. 103/2020, vom 04.08.2020:

Urteil im Leip­zi­ger “Taschenraub”-Verfahren rechtskräftig
Beschluss vom 23. Juli 2020 – 5 StR 251/20

Das Land­ge­richt Leip­zig hat den bei der Tat­be­ge­hung 17 Jah­re alten Ange­klag­ten wegen schwe­ren Rau­bes in Tat­ein­heit mit vor­sätz­li­cher Kör­per­ver­let­zung und wegen Kör­per­ver­let­zung mit Todes­fol­ge in Tat­ein­heit mit schwe­rem Raub zu einer Jugend­stra­fe von vier Jah­ren und sechs Mona­ten verurteilt.

Nach den Urteils­fest­stel­lun­gen ent­schloss sich der Ange­klag­te Anfang 2019, hoch­be­tag­ten Frau­en über­fall­ar­tig Hand- und Ein­kaufs­ta­schen zu ent­wen­den, um so an Bar­geld zu gelan­gen. In Umset­zung die­ses Tat­plans ent­riss er zwei Pas­san­tin­nen die Taschen mit einem sol­chen Ruck, dass die 86 und 88 Jah­re alten Frau­en stürz­ten und sich schwe­re Ver­let­zun­gen (ins­be­son­de­re Kno­chen­brü­che und Prel­lun­gen) zuzo­gen. Eine der bei­den Frau­en muss­te auf­grund der Sturz­ver­let­zun­gen ope­riert wer­den. Sie über­leb­te die Ope­ra­ti­on nicht und ver­starb so letzt­lich an den bei der Tat erlit­te­nen Ver­let­zun­gen. Der Ange­klag­te war sich der Gefahr sei­nes Han­delns für die Gesund­heit der Opfer sei­ner Raub­über­fäl­le bewusst; dies war ihm jedoch gleich­gül­tig. Die töd­li­che Fol­ge sei­nes Tuns für eine der bei­den Frau­en hät­te er erken­nen kön­nen und müssen.

Der 5. (Leip­zi­ger) Straf­se­nat hat die Revi­si­on des Ange­klag­ten durch Beschluss als unbe­grün­det ver­wor­fen. Das Urteil des Land­ge­richts ist damit rechtskräftig.

Vor­in­stanz:
LG Leip­zig – Urteil vom 13. Dezem­ber 2019 – 2 KLs 852 Js 12039/19

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