BGH, Beschluss vom 30.03.2021, AZ 3 StR 474/19

Pres­se­mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hofs, Nr. 69/2021, vom 30.03.2021

Urteil wegen der Aus­fuhr von Waf­fen nach Mexi­ko weit­ge­hend rechtskräftig

Urteil vom 30. März 2021 — 3 StR 474/19

Das Land­ge­richt Stutt­gart hat zwei Ange­klag­te wegen ban­den­mä­ßi­ger Aus­fuhr von Gütern auf­grund erschli­che­ner Geneh­mi­gung nach dem Außen­wirt­schafts­ge­setz in meh­re­ren Fäl­len bzw. wegen Bei­hil­fe hier­zu zu Frei­heits­stra­fen ver­ur­teilt und deren Voll­stre­ckung zur Bewäh­rung aus­ge­setzt. Gegen die Ein­zie­hungs­be­tei­lig­te, die Heck­ler & Koch GmbH, hat es die Ein­zie­hung von ins­ge­samt meh­re­ren Mil­lio­nen Euro angeordnet. 

Nach den vom Land­ge­richt getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen lie­fer­te die Heck­ler & Koch GmbH in den Jah­ren 2005 bis 2007 mehr­fach Waf­fen, ins­be­son­de­re Maschi­nen­ge­weh­re und Zube­hör, an die zen­tra­le Beschaf­fungs­stel­le des mexi­ka­ni­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums. Die Aus­fuhr der Waf­fen bedurf­te der Geneh­mi­gung sowohl nach dem Kriegs­waf­fen­kon­troll­ge­setz als auch nach dem Außen­wirt­schafts­ge­setz. In den von der Beschaf­fungs­stel­le abge­ge­be­nen End­ver­bleibs­er­klä­run­gen waren auch die ein­zel­nen mexi­ka­ni­schen Bun­des­staa­ten bezeich­net, an die die Waf­fen wei­ter­ver­kauft wer­den soll­ten. Die Geneh­mi­gun­gen wur­den jeweils im Ver­trau­en dar­auf erteilt, dass die Anga­ben zum End­ver­bleib der Waf­fen kor­rekt waren. Die­se waren jedoch teil­wei­se unrichtig. 

Das Land­ge­richt hat die bei­den Ange­klag­ten wegen Ver­sto­ßes gegen das Außen­wirt­schafts­ge­setz ver­ur­teilt, weil in den abge­ur­teil­ten Fäl­len die Geneh­mi­gun­gen durch das Bun­des­amt für Aus­fuhr­kon­trol­le erschli­chen wor­den sei­en. Eine Straf­bar­keit nach dem Kriegs­waf­fen­kon­troll­ge­setz hat es dage­gen ver­neint, weil die­ses Gesetz eine Straf­bar­keit für die Aus­fuhr auf­grund einer mit fal­schen Anga­ben erwirk­ten Geneh­mi­gung nicht vor­se­he. Wei­te­re Ange­klag­te hat es freigesprochen. 

Gegen das Urteil haben die Staats­an­walt­schaft, die ver­ur­teil­ten Ange­klag­ten sowie die Ein­zie­hungs­be­tei­lig­te Revi­si­on eingelegt. 

Die durch die Revi­sio­nen ver­an­lass­te Über­prü­fung des Urteils durch den 3. Straf­se­nat hat kei­nen Rechts­feh­ler erge­ben. Das Land­ge­richt hat auf der Grund­la­ge der rechts­feh­ler­frei getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen ins­be­son­de­re die Ange­klag­ten zutref­fend nach dem Außen­wirt­schafts­ge­setz, nicht aber nach dem Kriegs­waf­fen­kon­troll­ge­setz ver­ur­teilt. Es hat auch die Vor­aus­set­zun­gen der Ein­zie­hung rechts­feh­ler­frei bejaht und die Höhe des Ein­zie­hungs­be­tra­ges zutref­fend bestimmt. Der Senat hat ledig­lich mit Blick auf eine erst nach der Haupt­ver­hand­lung bekannt gewor­de­ne Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts betref­fend die Ein­zie­hung bei ver­jähr­ten Straf­ta­ten in einem Fall das Ver­fah­ren inso­weit abgetrennt. 

Das Urteil ist somit weit­ge­hend rechtskräftig. 

Vor­in­stanz:
LG Stutt­gart — 13 KLs 143 Js 38100/10 — Urteil vom 21. Febru­ar 2019

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