BGH, Beschluss vom 13.07.2021, AZ 5 StR 67/21

Pres­se­mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hofs, Nr. 128/2021, vom 13.07.2021

Ver­ur­tei­lung wegen Dieb­stahls einer Gold­mün­ze aus dem Ber­li­ner Bode-Muse­um rechtskräftig 

Beschluss vom 24. Juni 2021 – 5 StR 67/21

Der in Leip­zig ansäs­si­ge 5. Straf­se­nat hat über die Revi­sio­nen von zwei Ange­klag­ten ent­schie­den, die an dem Dieb­stahl einer Gold­mün­ze aus dem Ber­li­ner Bode-Muse­um betei­ligt waren. Das Land­ge­richt Ber­lin hat­te die bei­den Ange­klag­ten sowie einen nicht revi­die­ren­den Mit­an­ge­klag­ten, die zu den Tat­zei­ten zwi­schen 18 und 20 Jah­re alt waren, wegen des Dieb­stahls zu jeweils mehr­jäh­ri­gen Jugend­stra­fen ver­ur­teilt. Einen wei­te­ren Mit­an­ge­klag­ten hat es rechts­kräf­tig freigesprochen. 

Nach den Fest­stel­lun­gen des Land­ge­richts arbei­te­te einer der Ange­klag­ten als Auf­sichts­per­son im Ber­li­ner Bode-Muse­um, in dem die etwa 100 kg schwe­re Gold­mün­ze “Big Map­le Leaf” im Wert von unge­fähr 3,3 Mil­lio­nen Euro aus­ge­stellt war. Hier­von sowie von Schwach­stel­len in der Alarm­si­che­rung des Muse­ums berich­te­te der Ange­klag­te dem mit ihm befreun­de­ten Mit­an­ge­klag­ten. Die­ser begab sich am frü­hen Mor­gen des 27. März 2017 zusam­men mit einem Cou­sin und einer unbe­kannt geblie­be­nen Per­son auf die Hoch­bahn­glei­se der Ber­li­ner Stadt­bahn, die unmit­tel­bar an einen Dach­vor­sprung des Muse­ums gren­zen. Von dort klet­ter­ten sie zum Fens­ter eines Umklei­de­raums, das der im Muse­um beschäf­tig­te Ange­klag­te unbe­merkt offen­ge­las­sen hat­te, und gelang­ten so in das Inne­re. Unter­rich­tet über die räum­li­chen Ver­hält­nis­se und die Kon­troll­rou­te des Wach­manns, wäh­rend der die Alarm­an­la­ge deak­ti­viert war, gelang­ten sie unbe­merkt zu der in einer Glas­vi­tri­ne aus­ge­stell­ten Gold­mün­ze. Sie zer­schlu­gen das Glas und brach­ten mit einem Roll­brett und einer Schub­kar­re das Die­bes­gut über das Ein­stiegs­fens­ter und die Bahn­glei­se bis zu einer Stel­le, an der sie die Mün­ze von den Glei­sen war­fen, sich selbst abseil­ten und mit dem Fahr­zeug eines wei­te­ren Tat­be­tei­lig­ten flüch­te­ten. Die Mün­ze wur­de kurz nach der Tat zer­teilt und ein­zel­ne Tei­le stück­wei­se ver­kauft. Der Ver­bleib des Gol­des konn­te nicht fest­ge­stellt werden. 

Ihre Ver­ur­tei­lun­gen haben bei­de Ange­klag­ten mit Sach­rü­gen, einer von ihnen zudem mit einer Ver­fah­rens­rüge, ange­grif­fen. Der 5. Straf­se­nat hat bei­de Rechts­mit­tel ver­wor­fen. Die Über­prü­fung des Urteils hat kei­nen Rechts­feh­ler zum Nach­teil der Ange­klag­ten erge­ben, auch das Ver­fah­ren war nicht zu bean­stan­den. Das Urteil ist damit rechtskräftig. 

Vor­in­stanz:
Land­ge­richt Ber­lin – Urteil vom 20. Febru­ar 2020 – 509 KLs 233 Js 1601/17 (41/18)

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