Pres­se­mit­tei­lung des BGH Nr. 65/2019 vom 13.05.2019

Ver­ur­tei­lung wegen ver­such­ten Mor­des durch Her­bei­füh­ren einer Spreng­stoff­ex­plo­si­on auf einem Ham­bur­ger S‑Bahnhof rechts­kräf­tig

Beschluss vom 8. Mai 2019 – 5 StR 182/19

Das Land­ge­richt Ham­burg hat den Ange­klag­ten wegen ver­such­ten Mor­des in Tat­ein­heit mit dem ver­such­ten Her­bei­füh­ren einer Spreng­stoff­ex­plo­si­on mit Todes­fol­ge, dem Her­bei­füh­ren einer Spreng­stoff­ex­plo­si­on, einer gefähr­li­chen Kör­per­ver­let­zung sowie einer gemein­schaft­li­chen Sach­be­schä­di­gung zu einer Frei­heits­stra­fe von zehn Jah­ren ver­ur­teilt.

Nach den Fest­stel­lun­gen der Schwur­ge­richts­kam­mer brach­te der Ange­klag­te am Abend des 17. Dezem­ber 2017 aus einem nicht näher auf­klär­ba­ren Motiv gemein­sam mit 72 Schrau­ben in Plas­tik­tü­ten befind­li­che “Polen­böl­ler” der höchs­ten pyro­tech­ni­schen Gefah­ren­ka­te­go­rie auf einem S‑Bahnhof in Ham­burg zur Explo­si­on. Hier­durch bestand poten­ti­el­le Lebens­ge­fahr für die sich unmit­tel­bar in der Nähe auf­hal­ten­den Per­so­nen. Nur durch Zufall wur­den durch die Explo­si­on kei­ne Men­schen getö­tet. Jedoch wur­de ein S‑Bahn-Pas­sa­gier erheb­lich ver­letzt.

Der 5. (Leip­zi­ger) Straf­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat die gegen die­ses Urteil gerich­te­te Revi­si­on des Ange­klag­ten ent­spre­chend dem Antrag des Gene­ral­bun­des­an­walts als offen­sicht­lich unbe­grün­det ver­wor­fen. Das Urteil des Land­ge­richts Ham­burg ist damit rechts­kräf­tig.

Vor­in­stanz:
Land­ge­richt Ham­burg – Urteil vom 29. Okto­ber 2018 – 602 Ks 4/18

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=pm&Datum=2019&Sort=3&nr=95523&pos=2&anz=67